Wieviele Urlaubstage kann der Arbeitnehmer verlangen?

Die Parteien stritten sich über die Frage, ob dem Arbeitnehmer für das Jahr 2010 noch drei weitere Urlaubstage zu gewähren seien.

Zunächst war der Kläger bei der Beklagten in Vollzeit beschäftigt. Ab dem 15. Juli 2010 wechselte er jedoch in ein Teilzeitarbeitsverhältnis.

Gemäß dem geltenden Tarifvertrag (TVöD) hat ein Arbeitnehmer in Vollzeit Anspruch auf Gewährung von 30 Urlaubstagen im Jahr und ein Arbeitnehmer, welcher nur in Teilzeit beschäftigt ist, verhältnismäßig weniger Anspruch auf Urlaubstage, hier waren es 24 Tage.

Nun musste das Bundesarbeitsgericht über die Anzahl der Urlaubstage des >Arbeitnehmers für das  Jahr 2010 entscheiden.

Der Arbeitgeber war der Ansicht, im Jahr 2010 seien dem Arbeitnehmer insgesamt nur 24 Urlaubstage zu gewähren gewesen. Er sei ja nun teilzeitbeschäftigt.

Der Arbeitnehmer hingegen war der Ansicht, er habe insgesamt Anspruch auf 27 Urlaubstage gehabt. Die Anzahl der Urlaubstage berechne sich bis zum 14. Juli 2010 nach dem 30-Tage-Anspruch. Für die Zeit ab der Teilzeitbeschäftigung sei ihm dann Urlaub nach dem 24-Tage-Prinzig zu gewähren gewesen.

Also stritten sich die Parteien vor allen drei Instanzen über die Gewährung von drei Urlaubstagen.

Das Bundesarbeitsgericht gab dem Arbeitnehmer in seiner Entscheidung vom 10. Februar 2015 Recht: Demnach hatte er im Jahr 2010 Anspruch auf 27 Urlaubstage. Für die Zeit der Vollzeitbeschäftigung bis 14. Juli 2010 hatte er Anspruch auf 30 Urlaubstage im Jahr. Der Anspruch war für die Zeit ab dem 15. Juli 2010 im Verhältnis zu kürzen.

Bundesarbeitsgericht: Vgl. hierzu 9 AZR 53/14

Vorinstanz: Landesarbeitsgericht Hessen, Urteil vom 30.10.2012 (13 Sa 590/12)